Polen

Im Zuge der EU-Osterweiterung gewinnt Polen, wie alle anderen osteuropäischen Länder auch, für den Tourismus immer mehr an Bedeutung. Eine besondere Attraktion der polnischen Hotellerie sind die Übernachtungen in historischen Residenzen wie Schlössern, Palästen und Gutshäusern. Das Land hat nicht für Städtereisende, sondern auch für Naturbegeisterte und Erholungssuchende vielerei zu bieten: Eine der reizvollsten Naturgebiete des Landes stellt die Pommersche Seenplatte dar, welche übrigens ideal für Kajaksportler ist. Interessant ist der Slowinski-Nationalpark mit seinen Wanderdünen, die bis zu 50 m hoch sind und pro Jahr bis zu 15 m in östlicher Richtung wandern können. Hier leben Seeadler, Schwarzstörche und Kampfläufer, auf den Dünen wachsen Disteln und Wollgras. Hauptort der Region ist Stolp mit dem Schloß der Pommerschen Fürsten aus dem 16 Jh. und dem Museum von Mittelpommern. Ebenfalls empfehlenswert ist die Seenplatte von Masuren und Suwalki, eine weitgehende unberührte Waldlandschaft mit 4000 Seen, alten Herrenhäusern und Alleen. Beinahe überall kann man den Geruch von Harz und Pilen wahrnehmen. Für Anglerfreunde sind die fischreichen Seen das ideale Anglerrevier. Das Gebiet eignet sich auch wunderbar für große Rundfahrten mit dem Paddel- oder Segelboot, da viele der Seen durch Kanäle und Flüsse miteinander verbunden sind. Auf den großen Seen verkehren die Fahrgastschiffe der Weißen Flotte, eine besondere Attraktion ist die „Schiefe Ebene“: Hier wird das Schiff über einen Höhenunterschied von 99,5 m auf Schienen über Land zum nächsten See transportiert. Weitere Natursehenswürdigkeiten des Landes sind die Versteinerte Stadt Skamieniate Miasto, die Herkules-Keule Sokola Skata, der 70 m hohe Wielka Siklawa-Wasserfall, der größte Mammutbaum Polens in Glinna sowie Babia Góra in den Westbeskiden auf 1725 m mit einer traumhaften Aussicht auf die Beskiden, Fatra und Tatra.

Fakten:

  • Hauptstadt ist Warschau mit 1,7 Mio. Einwohnern
  • Insgesamt 39,1 Mio. Einwohner
  • Fläche: 312.683 qkm
  • Währung: Polnische Zloty, der Euro soll nicht vor 2010 eingeführt werden;
  • Amtssprache: Polnisch
  • Bevölkerung: 99% Polen
  • Religion: 91% Römisch-Katholisch

Klima

Klimatisch unterscheidet sich Polen kaum von Deutschland. Der Winter ist manchmal etwas strenger. Im Nordosten des Landes können die Temperaturen in dieser Jahreszeit gelegentlich bis unter 30 Grad minus fallen.

Städte:

Warschau:

Die Hauptstadt des Landes ist an der Weichsel gelegen und verfügt über eine sehenswerte Altstadt, welche zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde. Nachdem die Stadt während des 2. Weltkrieges und besonders nach dem Aufstand im Warschauer Ghetto 1943 beinahe vollständig zerstört wurde, wurde das alte Warschau mit seinen bunten Bürgerhäusern nach Canaletto-Skizzen wieder aufgebaut. So mischen sich heute beinahe alle Baustile, man findet Glaspaläste neben Kathedralen oder mondäne Hotels neben den sozialistischen Wohnsilos. Im Zentrum der Stadt liegt der Schloßplatz mit dem Königsschloß und der Sigismundsäule. Von hier beginnt der Königsweg, dessen Spuren der polnischen Aristokratie man bis nach Wilanów verfolgen kann. Die älteste Kathedrale der Stadt ist die Hauptkathedrale des Hl. Johannes und wurde im 13. Jh. erbaut. Im Warschauer Aufstand ebenfalls vollkommen zersprengt , wurde sie im gotischen Stil wieder aufgebaut. Unbedingt sehenswert ist der Palast des Königs Jan III. Sobieski, es zählt als wertvollstes Baudenkmal des polnischen Barock.

Krakau:

Ebenfalls zum UNESCO Weltkulturerbe gehört die Stadt Krakau, welche zudem im Jahr 2000 zur europäischen Kulturhauptstadt gewählt wurde. Die ehemalige Hauptstadt bildet das sog. Krakauer Tor. Wunderschön ist der altstädtische Marktplatz (Rynek Glowny) mit der Marienkirche aus Backsteinen und dem monumentalen Gebäude der Sukiennice, einem gotischen Bau mit Renaissance-Attika. Erhaben über der Stadt steht der Wawel, ein Hügel mit dem Renaissance-Schloß und der Wawel-Kathedrale mit ihren 20 Kapellen. Die schönste ist die Zygmuntowska-Kapelle mit ihrer goldenen Kuppel. Man kann den Turm der Kathedrale besteigen, um die berühmte Zygmunt-Glocke aus dem Jahre 1520 zu sehen, welche nur zu außergewöhnlichen Gelegenheiten läutet. Nur 13 km von der Stadt entfernt, kann man den Steinsalzbergwerken in Wieliczka einen Besuch abstatten, welche ebenfalls in die Liste des UNESCO Weltkulturerbe übernommen wurden. Im 10. Jh. begann man hier mit Salzsiedlereien. In den 14 Kammern des Bergwerks wurden in das Salz Galerien, Gänge, Kapellen und zahlreiche Skulpturen gemeißelt.